Kürzlich besuchte FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer den Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer. Angesichts der sich immer weiter zuspitzenden Waldschadenssituation in Bayern sind Politik und Förster gleichermaßen gefragt: Neumeyer erklärte, dass man mit dem zunehmenden Schadensausmaß neben heimischen Baumarten auch neue Baumarten aus anderen Ländern in Betracht ziehen müsse, wenn man unseren Wald erhalten wolle. Aufgabe der Politik sei es nun, möglichst schnell die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, appellierte er an Bauer.

Vor dem Hintergrund, dass durch lange Trockenphasen und Schädlingsbefall nicht nur Fichten, sondern nun sogar auch Buchen und Kiefern absterben, stellte Bauer großflächige Stilllegungen in Frage: „Wir müssen überprüfen, ob eine Bewirtschaftung in gefährdeten Gebieten nicht sinnvoller ist als eine dauerhafte Hiebsruhe.“ Neumeyer forderte angesichts der aktuellen Situation, dass der Erhalt eines gesunden Waldes und dessen Management durch qualifizierte Förster höchste Priorität haben muss. „Nur ein gesunder Wald hilft uns im Klimawandel.“, konstatierte Neumeyer. Neben dem Staatswald müsse es aber auch eine verstärkte Unterstützung für private Waldbesitzer geben, machte Neumeyer im Termin deutlich: Eine neue Ausgestaltung der Waldpflegeverträge sei sinnvoll, um möglichst flächendeckend stabile und klimafitte Wälder in Bayern zu haben. „Alle Waldbesitzer sitzen in einem Boot und benötigen in diesen Zeiten politische Rückendeckung und Unterstützung“, so Neumeyer weiter. Bauer sprach die derzeitig heftig diskutierte CO2-Steuer an und sagte, sie erwarte von der Bundesregierung, durch die möglichen Steuereinnahmen Landwirten und Waldbesitzern etwas zurückzugeben, wenn diese an einem Waldumbau hin zu klimafitten Wäldern arbeiteten. Klimafitte, gesunde Wälder und die aktive CO2 – Einsparung sollten im Interesse der gesamten Gesellschaft liegen.