MdB Nicole Bauer mit Bürgermeister Alfred Holzner

Kürzlich besuchte FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer den Rottenburger Bürgermeister Alfred Holzner. Die beiden Politiker unterhielten sich über die Kapazitäten von Kita und Kindergarten in Rottenburg. Beide Einrichtungen seien voll belegt, so Holzner. Problematisch sieht er, dass es einen Mangel an Erziehern gibt. Die Eltern wollten immer flexiblere Zeiten buchen, mitunter sei eine ganztätige Besetzung erwünscht. Nicht-deutschsprachige Kinder seien zudem betreuungsintensiver, da bereits im frühesten Kindesalter der Grundstein zum Kommunikationsvermögen gelegt werde. Bauer stimmte zu, dass im Erziehungs- und Pflegebereich ein gravierender Fachkräftemangel herrsche. „Um den Fachkräftemangel zu beheben bedarf mehrerer Schritte. Einerseits müssen die Berufe von Erzieher und Pflegepersonal besser in unserer Gesellschaft wertgeschätzt und entsprechend angemessen bezahlt werden. Andererseits reichen die Bundesmittel für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen oftmals nicht aus.“ Holzner kritisierte, dass die Fördersysteme zunehmend komplex seien und die prozentual bemessenen Fördersätze de facto einen wesentlich geringeren Anteil ausmachten als in den Infobroschüren angepriesen.

Holzner sprach auch die Digitalisierung an. Während Rottenburg mittlerweile passabel versorgt ist, ärgert sich Holzner immer noch über die Vergabepraktiken: „Der Bund wäre in der Pflicht gewesen, den Ausbau zentral in die Hand zu nehmen. Den Gemeinden wäre damit viel Zeit, Geld und Ärger erspart geblieben.“ Auch Bauer übte Kritik am Verfahren, dass es nur wenig Sinn mache, dass jede bayrische Kommune dieses Thema eigenständig treibt. Stattdessen würde es schneller gehen, wenn sich verschiedene Kommunen bei diesem Thema zusammenschließen und Vergabepakete mit dichter sowie weniger dicht besiedelten Gebieten schnüren. Nur so bekomme man ein besseres Verhandlungsgewicht im Hinblick auf die bevorstehende Vergabe der 5G-Lizenzen. Zugleich müsse das Verfahren auch dringend entbürokratisiert werden. „So würden wir gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land erreichen und den ländlichen Raum vor allem auch für junge Menschen attraktiv halten.“, schlug Bauer vor.