Kürzlich besuchte Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer den Bürgermeister von Gerzen, Graf Maximilian von Montgelas (Freie Wähler) und den Kämmerer von Gerzen, Klaus Hoffmeister. Bei einer angeregten Diskussion unterhielten sie sich über den Breitbandausbau und die Herausforderungen der Gemeinde Gerzen.

So stellte der erste angesprochene Punkt die Digitalisierung der Kommune dar. Hoffmeister berichtete, dass Gerzen bereits auf gutem Wege und sogar der Höfebonus schon beantragt sei. Nur seien die Netzbetreiber überfordert und die Tiefbaukapazitäten reichten nicht. Graf von Montgelas fügte hinzu, dass Gerzen eine Verwaltungsgemeinschaft sei, die alle Mitglieder am Ausbau gleichermaßen beteiligen wolle. Die Koordination des Breitbandausbaus gestalte sich aber als schwierig, da es für jede einzelne Gemeinde unterschiedliche Ansprechpartner gebe statt nur einem. Bauer stimmte zu, dass das Vorgehen viel zu bürokratisch und praxisfern sei. Sie sagte, der Staat solle den Gegenpol zu der Willkür einiger weniger Anbieter darstellen. Es müssten Pakete geschnürt werden, die für den Breitbandausbau attraktive wie weniger attraktive Regionen gleichermaßen beinhalten. Nur so werde ein flächendeckender Ausbau sichergestellt. Gleiches gelte auch für das Mobilfunknetz, das „löchrig wie ein Schweizer Käse“ sei. Hoffmeister sagte dazu, dass die Aussteuerung der Pakete dennoch kommunal erfolgen müsse, da nur so eine attraktive Gestaltung möglich sei.

Ein weiterer Punkt, der dem Graf von Montgelas am Herzen liegt, ist die Kreisumlage, die alle Gemeinden an den Landkreis abführen. Er wünscht sich eine neue Gewichtung der Steuersätze, die in die Umlage miteinfließen. „Zumindest müssen wir im Kreistag darüber diskutieren können.“, stellte er fest. „Vielleicht können wir eine gerechtere Verteilung im Landkreis Landshut bewirken, sodass finanzschwache Gemeinden davon profitieren.“ Auch Bauer und Hoffmeister teilen die Auffassung, dass man ein solidarisches Signal senden darf. „Es ist ein emotionales Thema, aber unsere Debattenkultur darf auch im Kleinen nicht leiden.“, so Bauer, „jeder Vorschlag muss sachlich diskutiert werden.“