Kulmbach. Die Frankenfarm kann auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken. Davon überzeugten sich die landwirtschaftspolitische Sprecherin der FDP Bundestagsfraktion, Nicole Bauer, MdB und der FDP Bezirksvorsitzende und Kreisrat Thomas Nagel. „Beeindruckend ist der Unternehmergeist, der zu spüren ist und der Blick in die Zukunft“, sagt Thomas Nagel nach dem Sommergespräch in Himmelkron. Zentrale Herausforderung für den Erzeugerbetrieb ist es genügend qualifiziertes Personal zu finden. Es sei schwierig, gute Fachkräfte für die Gastronomie oder Metzgereien zu bekommen. Unverständlich ist für Thomas Nagel die unterschiedliche Umsatzsteuer-Behandlung auf den Festen. Wird eine Bratwurst im Zelt verkauft, muss sie mit 19 Prozent abgerechnet werden, da im Zelt Sitzmöglichkeiten für die Gäste bestehen. Werden die Bratwürste vor dem Zelt verkauft, werden 7 Prozent fällig. „An diesem Beispiel zeigt sich die Ungerechtigkeit auf wenigen Metern in der Steuerpolitik. Wir brauchen faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen und die Gastronomie hier die Unterstützung der Politik“, sagt Thomas Nagel.

Unnötige Bürokratie ist, laut Thomas Nagel, die Aufzeichnungspflicht auf den Festen am Ausschank. Da nach 8 Stunden Ausschank Schluss sei, müsse im Zweischichtbetrieb auf den fränkischen Festen gearbeitet werden. „Wir bestrafen hier den Fleißigen, der sich den Urlaub oder die Anzahlung für sein Auto erarbeiten möchte.“ Nicole Bauer, MdB kritisierte die Bürokratie in der Landwirtschaft.“Aufzeichnungen dort wo sie notwendig sind ja, aber wenn der Landwirt mehr Zeit am Schreibtisch als auf dem Feld verbringt, läuft etwas falsch“, sagt Nicole Bauer. Die Themen Ernährung und Energie bezeichnet sie als Zukunftsthemen. Für viele Menschen gehört, laut Nicole Bauer, eine regionale und gesunde Ernährung zum sozialen Wir-Gefühl. „Ich mache dafür mich stark, dass jeder Bürger auch in Zukunft das essen kann, was und wann er will. Unsere Landwirte leisten hierzu einen zentralen Beitrag, da sie hochwertige und bezahlbare Lebensmittel liefern.“ Dennoch würden die Landwirte täglich mit zu viel Bürokratie und Wettbewerbsnachteilen in Europa kämpfen. Lenken statt Verbieten, sei das Motto der FDP Landwirtschaftspolitik. „Befreien wir die Land- und Forstwirtschaft von ausufernden Bürokratie und sorgen wir dafür, dass nachfolgende Generationen handlungsfähig bleiben. Setzen wir uns dafür ein, dass der Land- und Forstwirt selbstbestimmt und sachkundig seiner Arbeit nachgehen kann. Negative Stimmungsmache gegenüber einer Berufsgruppe aufgrund Einzelfällen lehne ich ab.“

(Quelle: Thomas Nagel, FDP Kulmbach/Oberfranken, 17.07.2018)