Treffen des Aktionsbündnisses „Frauen für die Kommunalpolitik Landkreis Landshut“
Diskutierten über Frauen in der Kommunalpolitik und wie mehr dafür gewonnen werden können: von der Bundestagsabgeordneten über die Landtagsabgeordnete bis zur Bürgermeisterin und Stadträtin waren alle politischen Ebenen vertreten. Auch Bürgermeister Alfred Holzner nahm sich kurz Zeit, dem Gespräch beizuwohnen.
 „Du kannst etwas bewegen“ – so lautet der Titel des Flyers, den das drei Jahre alte Aktionsbündnis „Frauen in der Kommunalpolitik“ drucken hat lassen, um über seine Arbeit und Ziele aufzuklären.
Mit Gastgeberin und Stadträtin Angelika Wimmer, die sich bemüht hat, ein Treffen dieses Bündnisses im nördlichen Landkreis stattfinden zu lassen, diskutierten am Mittwochabend etwa 20 Frauen über ihre Erfahrungen mit der Kommunalpolitik oder der Politik allgemein.
Politik war (und ist vermutlich auch heute noch) eine Männerdomäne – man denke nur an die Zusammensetzung des Parlamentarischen Rates, der vor 70 Jahren das heutige Grundgesetz ausgearbeitet hat: 61 Männern standen vier Frauen gegenüber. Landtagsabgeordnete Ruth Müller brachte einige weitere bemerkenswerte Zahlen mit: Lichtenstein war im Jahr 1984 das letzte europäische Land, das das Frauenwahlrecht einführte. In Saudi-Arabien dürfen Frauen erst seit 2015 wählen, allerdings benötigen sie dafür einen Personalausweis, für den sie wiederum ihren Mann brauchen.
Im Landkreis Landshut sieht die Lage etwas besser aus: Acht Bürgermeisterinnen stehen an der Spitze ihrer Gemeinde und damit mehr als im gesamten Rest von Niederbayern zusammen. Dennoch liegt der Frauenanteil in Gemeinderäten nur bei etwa 15 Prozent.
Nicole Bauer konnte als Bundestagsabgeordnete einen anderen Blickwinkel zeigen: von 1,4 Millionen politisch Engagierten seien nur knapp 400 000 weiblich. Außerdem sei ein derartiges Bündnis einzigartig in Deutschland, da es parteiübergreifend ist. Sie legte auch das Augenmerk darauf, junge Frauen anzusprechen, denn diese brächten Erneuerung und somit Veränderung mit in die Gremien.
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Bauer fügte hinzu, dass ein wichtiger Faktor sei, dass man den Mut habe, sich aufstellen zu lassen. Wird man dann gewählt gelten einige Grundsätze die zu beachten sind: Man muss sich sehen lassen, engagiert sein, ehrlich sein, etwas einstecken können, allen fair begegnen, niemanden beleidigen und Größe zeigen. Neben diesen für die Geschlechter geltenden Punkte war das Fazit der Gesprächsrunde, dass Frauen schlichtweg „machen sollen“, sich trauen sollen politisch aktiv zu werden.
(Quelle: Rottenburger Anzeiger und idowa vom 29.07.2019)