Niederbayern – Kürzlich war FDP-Bundestagabgeordnete Nicole Bauer zu Gast bei Bischof Dr. Stefan Oster im Bistum Passau.

Oster freute sich über das Gespräch zwischen Kirche und Politik und benannte als gemeinsames Anliegen, die intensive Arbeit an einem Wertefundament.  Kirche und Politik seien von einem bröckelnden Wertefundament in der Gesellschaft gleichermaßen betroffen.

Bauer teilte die Beobachtung, dass Werte vom Elternhaus immer seltener vermittelt werden und die Gesellschaft zunehmend in Neid-Debatten verfällt. Der Medienkonsum der Kinder und Jugendlichen sei teilweise ausufernd und kaum altersgerecht. Internet und Fernsehen könnten Jugendlichen kaum die Werte vermitteln, die in unserer Gesellschaft wichtig sind, da Medien oft viel zu undifferenziert seien. Deshalb ist auch ein verantwortungsbewusster Einsatz mit Internet und Medien immer essentieller und die ständige Erreichbarkeit entwickle sich als Last, so Bauer.

Oster sprach mit Sorge auch über Polarisierungstendenzen in Gesellschaft, Politik und Medien. „Der Populismus wird für uns alle schnell zu einer Falle, die  differenziertes Argumentieren kaum noch zulässt“ Anschließend erläuterte Oster, in welcher Rolle er die katholische Kirche sieht: der Kerninhalt des Evangeliums sei Christus selbst – und zwar als Retter und nicht einfach als moralisches Vorbild. Der Glaube und das Vertrauen auf ihn helfe aber dann, ein Mensch zu werden, der sich für andere und die Gesellschaft einsetze und so auch am Wertefundament mitbaue. Der Kirche dürfe es nie zuerst um Macht gehen, sondern immer zuerst um Liebe zu Gott und den Menschen.

Bauer sagte, dass sie aus demselben Grund ihr Mandat angestrebt habe: um den Menschen helfen und Politik gestalten zu können. Einer müsse beginnen, damit sich etwas ändern könne.