Ergoldsbach. Kürzlich besuchte Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer den Ergoldsbacher Bürgermeister Ludwig Robold. Ihr Gespräch drehte sich zunächst um den Fachärztemangel in ländlichen Räumen. Im Markt  Ergoldsbach mit ca. 8000 Einwohnern hat sich zwar neben den Allgemeinmedizinern eine Frauenärztin niedergelassen. Der Bedarf für weitere Fachärzte wäre aber gegeben. Den Patienten würde dies lange Wege nach Landshut ersparen, so Robold. Er versuche gerade, noch weitere Fachärzte anzusiedeln. Auf dem Land die Zulassung für Fachärzte zu bekommen, sei aber erfahrungsgemäß schwierig. Bauer stimmte ihm zu und bemerkte, dass nicht verfilzte, antiquierte Strukturen, sondern die demografischen Begebenheiten und der Bedarf über die Zulassungen entscheiden sollten.

Außerdem unterhielten sich die beiden Politiker über die Entsorgung von Klärschlamm. Laut Robold sei landwirtschaftliche Ausbringung von Klärschlamm nur mehr bedingt erlaubt. Daher werde der Klärschlamm in Ergoldsbach seit 2009 getrocknet und der Verbrennung zugeführt. Um den für die landwirtschaftliche Düngung wertvollen Phosphor aus dem Klärschlamm herauszuholen, müsste er einer Monoverbrennung zugeführt werden, was zur Zeit noch nicht möglich ist. Bauer meinte, dass alle Abfälle – auch Klärschlamm – so weit wie möglich genutzt werden müssten: insbesondere, weil Phosphor ein essentieller Pflanzennährstoff und teuer in der Beschaffung sei. Eine weitere Reinigungsstufe halte auch sie für sinnvoll, da nicht nur wertvolle Nährstoffe gefiltert werden könnten, sondern auch multiresistente Keime, die über das Abwasser in die Umwelt gelangten. Den Schlusspunkt setzte Bürgermeister Robold, indem er dafür plädierte, dass die Abwasserentsorgung und die Wasserversorgung in kommunaler Hand bleiben muss.