Die 29-jährige Veldenerin Nicole Bauer will mit der FDP in den Bundestag zurückkehren

Bei der Nominierungsversammlung erhielt Nicole Bauer von den 42 stimmberechtigten Mitgliedern 40 Ja-Stimmen. Foto: bb von Bernhard Beez Vor drei Jahren lag die FDP am Boden: Erstmals in ihrer langen Geschichte flogen die Liberalen nach einem eindeutigen Wählervotum aus dem Bundestag. Auch in zahlreichen Länderparlamenten ist man nicht mehr vertreten. Mittlerweile hat man bei der FDP den Schockzustand überwunden und sich neu aufgestellt – sogar eine gewisse Aufbruchstimmung zu spüren. Mit 6,7 Prozent kehrten die Freien Demokraten kürzlich ins Abgeordnetenhaus in Berlin zurück. In Landshut sieht inzwischen selbst die Konkurrenz Alexander Putz als ernstzunehmenden Bewerber für das Amt des Oberbürgermeisterkandidaten. Und die Veldenerin Nicole Bauer sieht für sich beste Chancen, nach den Bundestagswahlen 2017 einen Sitz im Berliner Reichstag zu ergattern. Die Unterstützung ihrer Parteifreunde in der Region hat sie schon mal sicher: Von 42 anwesenden Stimmberechtigten erhielt bei der Nominierungsversammlung am Son ntagabend im Gasthaus Zollhaus in Landshut 40 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme. Damit wird Nicole Bauer im kommenden Jahr als Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis 228, der neben der Stadt Landshut die Landkreise Landshut und Kelheim umfasst, antreten. Dies ist freilich nur der erste kleine Schritt auf dem langen Weg nach Berlin: Entscheidend ist, ob die Kreisvorsitzende Landshut-Land einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste der FDP bekommen wird. „Ich werde auf jeden Fall dafür kandidieren“, kündigte sie an. Und natürlich muss die FDP dann bei den Wahlen in einem Jahr die Fünf-Prozent-Hürde meistern. Doch auch hier ist Bauer voller Zuversicht: „Man sieht doch derzeit, dass Deutschland eine Partei der freiheitlichen Kraft braucht. Das wird auch in der Bevölkerung mittlerweile so wahrgenommen.“ In ihrer kurzen Rede bei der Nominierungsversammlung ging die 29-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieurin auch auf die Versäumnisse ein, die zum nahezu beispiellosen Absturz der FDP geführt hatten: „Die Menschen waren ganz einfach enttäuscht, dass wir unsere Versprechen nicht gehalten haben. Wir haben uns in der schwarz-gelben Koalition unterbuttern lassen. Wir haben nicht genug für unsere Ziele gekämpft.“ Dabei seien diese Ziele gut gewesen – und heute immer noch aktuell. Die derzeitige Politik in Deutschland sei dagegen komplett gegen die eigene Wirtschaft ausgerichtet: „Rente mit 63, Mindestlohn, Vorschriften zur Scheinselbstständigkeit, hohe Bürokratie und die Steuerlast für den Mittelstand – das ist alles extrem wirtschaftsfeindlich“, sagte Bauer. „Und wo war da eigentlich die CDU/CSU ? Wo war deren wirtschaftliche Kompetenz ? Ganz offensichtlich nicht da.“ Deutschland fordere zwar anderen Ländern wie Griechenland harte Reformen ab, im eigenen Land lehne man sich aber zurück und klopfe sich gegenseitig auf die Schultern: „Wir sind dabei, unseren Vorsprung zu verspielen“, kritisierte Nicole Bauer. Mit der FDP würde dagegen wieder eine Partei mit hoher Wirtschaftskompetenz in den Bundestag zurückkehren: „Leistung muss sich wieder lohnen. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten“, versprach Bauer. Und sie fügte hinzu: „Wir haben unsere Lektion gelernt.“ Als Listenkandidaten wurden übrigens im Anschluss Jörg Heimbeck und Michael Deller gewählt. Natürlich war auch die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl in Landshut bei der Nominierungsversammlung der FDP ein Thema. Auch hier war das gewachsene Selbstbewusstsein der Liberalen spürbar: „Viele rechnen inzwischen damit, dass ich ein heißer Kandidat für die Stichwahl bin“, sagte Alexander Putz. Und Nicole Bauer sicherte ihm postwendend ihre volle Unterstützung zu: „Der ganze Landkreis fiebert mit.“