Landkreis Landshut. Vor kurzem trafen sich FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer und FDP-Bezirksrat Toni Deller mit dem Bezirkstagspräsidenten von Niederbayern, Dr. Olaf Heinrich.

Heinrich berichtete, dass große Teile des Bezirkshaushaltes für soziale Aufgaben verwendet werden. „Ich stelle mir immer häufiger die Frage, wie wir unsere hohen Standards in einer älter werdenden Gesellschaft langfristig finanzieren sollen“, so Dr. Heinrich. Als Gründe nannte er unter anderem die Entscheidung, dass keine Gelder des Bundes im Bereich der Eingliederungshilfe direkt an die Bezirke fließen.

Bauer sagte dazu, dass die Pflege gleichermaßen in private Hände gehöre, da eine Verstaatlichung unter Umständen nur einen Qualitätsabfall bedeute. Deller fügte hinzu, dass Pflege nicht nur die alleinige Aufgabe des Bezirks sein könne, sondern dass die Bürger in gewissem Maße auch daran beteiligt werden sollten.

Die Politiker sprachen auch das Thema Digitalisierung an. Während Einigkeit über die Notwendigkeit herrschte, diskutierten sie intensiv die möglichen Auswirkungen. Neben vieler Chancen in der Digitalisierung bestehen laut Bauer auch Herausforderungen: zu langsam sei der Fortschritt in Deutschland – es müsse bereits jetzt begonnen werden, sich durch Aufzeigen neuer Berufsfelder an das Thema auf dem Arbeitsmarkt heranzutasten. Den Grund dafür nannte Heinrich: Mehr und mehr Jobs würden künftig durch Maschinen ersetzt und dadurch gebe es komplett andere Anforderungsprofile an die Menschen, beispielsweise der Umgang mit Virtual Reality. Auch werde Deutschland von anderen Nationen überholt, die wesentlich weniger Reglements hätten.

Bauer sprach sich nachdrücklich für einen Bürokratieabbau aus: „Wir brauchen Offenheit. Ganze Branchen wurden in Deutschland bereits verschlafen, weil Regulierungen eine Ansiedlung unmöglich machen. Wir müssen gestalten statt verwalten.“ Heinrich stellte fest, dass es eine Änderungsbereitschaft seitens der Politik brauche, um den Wohlstand im Lande zu wahren und Protektionismus zu verhindern. „Nur auf Umverteilung zu setzen löst nicht allein die Probleme“, so Deller.